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Alltags-"Blog": November 2008

Alltag:
14. November

Koptisch:
17. November 18. November



Alltag

Freitag, den 14. November 2008

Heute gab es eine kleine Entdeckung in der Papyrussammlung: P.Lips.Inv. 157 ist ein literarisches Fragment, das bislang keine Parallele aufzuweisen hat. Auf dem Recto ist die Rede von Feinden, einem Trankopfer und der Stadt Asklon, lateinisch: Asculum. Bei dem Text selbst scheint es sich um einen Dialog zu handeln, denn es treten verschiedene Sprecher auf, die folglich in der Ich-Form vortragen.

Diese ganze Tatsachen zusammengenommen brachten mich auf die Idee, daß es sich um einen Dialog bezüglich kriegerischer Handlungen um die Stadt Asklon handeln könnte. Und diese war in zwei Kriegen Mittelpunkt des Geschehens: Einmal 279 v. Chr., wo Rom gegen den Molosser-König Pyrrhus eine Niederlage erlitt, und schließlich im Bundesgenossenkrieg (91-88 v. Chr.), in welchem die Bewohner der Stadt für das römische Bürgerrecht kämpften. Wenn man nun die Terminologie mit der von anderen antiken Autoren vergleicht, so sieht man sich Appian und seinem Bellum Civile nahestehend (bes. Buch I Kapitel 5 und 6).

Der Papyrus ist jedoch leider zu fragmentarisch, um ganz sicher gehen zu können, was der Inhalt war. Auch ist der Text auf dem Recto in einer etwas ungeübten Schrift niedergeschrieben worden, so daß es sich durchaus auch um eine Schülerübung handeln könnte. Nichtsdestotrotz ist ein Dialog über eine bekannte Schlacht nicht weniger wert, wenn es sich "nur" um eine Übung handeln sollte.

Das Verso des Papyrus kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Schrift weist in das 2. Jh. n. Chr. Es sind nur einige Worte erhalten, die nur erahnen lassen, was beschrieben wurde. Es ist die Rede von Schreibern, der Proskynese (ritueller Kniefall als Zeichen der Ehrerbietung), Verderben und Unmut. Dies läßt sofort einen Gedanken in den Kopf eines Papyrologen und Historikers schießen - besonders, wenn er aus Trier kommt und bei einem gewissen Prof. Dr. M. Pfrommer auch noch Archäologie studiert hat Smiley: Alexander der Große!

"Alex", wie er von seinen Leuten zum ersten Mal 327 v. Chr. bei einem Gastmahl, das Hephaistion vorbereitet hatte, die Proskynese verlangt, und wie sich Unmut unter seinen Truppen ob dieses Verlangens regt. Ob nun genau dies in unserem Papyrus beschrieben wurde, ist aufgrund des fragmentarisch erhaltenen Textes freilich ungewiß (und das Wort "proskyneô" kommt bei antiken Schriftstellern auch öfter vor, nicht nur bei denen, die über Alexander den Großen berichten). Aber spannend ist der Gedanke, einen bislang unbekannten Alexander-Historiker vor sich zu haben, allemal, zumal sich auch für diesen Text keine Parallele finden läßt.

Zu Alexander, der die Proskynese verlangt, siehe Arr. 4, 12,3-6; Curt. 8, 5,9 - 6,1; Plut. Alex. 54,3 - 55,1.

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Koptisch

Im Wintersemester 2008/09 habe ich mit Koptisch angefangen. Der Unterricht findet im Ägyptologischen Institut der Universität Leipzig statt. Da es eine gewissen Menge an koptischen Papyri gibt (und davon haben wir auch eine gewisse Menge in der Papyrussammlung), dachte ich, daß es nicht schaden kann, darauf hin zu arbeiten, auch diese Schriftstücke eines Tages verstehen zu können. Diese Art "Blog" ist dazu da, in dieser Zeit meine Erfahrungen beim Koptisch-Lernen mitzuteilen.



Dienstag, 18. November 2008

Heute sollte ich sehen, ob ich im Notfall auch selbst Koptisch lernen könnte. Schließlich hatte ich die letzte Koptisch-Stunde nachholen müssen, weil ich letzte Woche nicht anwesend sein konnte.

Nun, ich hatte bis auf einen kleinen Fehler doch tatsächlich alles richtig! Jipiiieh! Man muß aber dazu sagen, daß das Lernmaterial, das unser Koptisch-Dozent selbst zusammengestellt hat, einfach hervorragend ist. Es ist nicht nur übersichtlich und gut strukturiert, sondern auch die einzelnen Lern-Einheiten sind in entsprechend gute Portionen aufgeteilt, so daß man alles ohne größere Schwierigkeiten nachvollziehen und lernen kann. Ein großes Lob an PD Dr. T.S. Richter!

Ob ich mir das alles aber auch richtig merken konnte, wird sich nächste Stunde herausstellen: Da kriegen wir die Chance, das bisher Gelernte in einem kleinen Test zu überprüfen. Das wäre im Prinzip kein großes Problem für mich, wenn nicht so viele Nys in dieser Sprache existieren würden! Ob bei den Personalpronomina oder bei den Determinatoren: Ständig gibt es Worte und Wort-Teile, die mit Ny anfangen. Und das ist das Verwirrendste an dieser Sprache. Alles klingt dadurch so ähnlich, daß man hier und da gut durcheinander kommen kann.

Morgen ist aber hier in Sachsen Feiertag. Da habe ich mir vorgenommen, neben den Vorbereitungen des eigenen Unterrichts auch Koptisch zu lernen. Es bleibt nur zu hoffen, daß der Dämon namens "Faulheit" nicht gerade dann auftaucht, wenn ich mich an den Schreibtisch setze... ;-)

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Montag, 17. November 2008

Nachdem ich letzte Woche krank war, bin ich heute gespannt darauf, ob ich all das, was ich allein nachholen mußte, auch wirklich verstanden habe...

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